20Apr./26

Veranstaltung: Rassismus als Arbeitsmarkthindernis für Geflüchtete

Vortrag vor Dr. Nikolai Huke, wissenschaftlicher Mitarbeiter am Fachbereich Sozialökonomie der Universität Hamburg. Er forscht und publiziert schwerpunktmäßig zu Migrationspolitik, Arbeitsbeziehungen, politischer Teilhabe und sozialer Ungleichheit.

Montag 4. Mai 2026, ab 18.30 Uhr, Mensa der Hebelschule, Engelbergerstr. 2 Freiburg | Veranstalter: ANDA e. V unterstützt von Aktion Bleiberecht Freiburg.

Flyer | In der öffentlichen Debatte um die Arbeitsmarktintegration von Geflüchteten stehen meist Sprachkenntnisse, bürokratische Hürden oder der  Aufenthaltsstatus im Fokus. Rassismus wird hingegen nur selten als zentrales Thema adressiert.

In seinem Vortrag zeigt Dr. Nikolai Huke (Universität Hamburg) auf, dass Rassismus ein grundlegendes Strukturprinzip ist, das die deutsche  Arbeitswelt durchzieht und die Teilhabe Geflüchteter am Arbeitsmarkt systematisch behindert. Basierend auf empirischer Forschung verdeutlicht  uke, dass rassistische Diskriminierung weit über Einstellungshindernisse hinausgeht: Sie erschwert die soziale Integration in den Betrieben und  strukturiert den gesamten Arbeitsprozess, bleibt jedoch im Alltag oft unsichtbar.

Ein besonderes Augenmerk legt der Vortrag auf die  hnmachtserfahrungen der Betroffenen. Ein Beispiel hierfür sind Fälle, in denen der Verlust eines Arbeits- oder Ausbildungsplatzes negative aufenthaltsrechtliche Folgen hat. Geflüchteten wird es hierdurch erschwert, sich gegen Ausgrenzung  und Diskriminierung zur Wehr zu setzen. Zudem wird gezeigt, wie Rassismuserfahrungen zu gravierenden psychischen Belastungen und einer dauerhaften Platzierung am unteren  nde der betrieblichen Hierarchie führen können. Um eine gleichberechtigte Teilhabe in der Arbeitswelt zu ermöglichen, so verdeutlicht der Vortrag, muss Rassismus konsequent sichtbar gemacht und sanktioniert werden. Neben einem flächendeckenden Netz an professionellen Antidiskriminierungs- und Rechtsberatungsstellen sowie ehrenamtlichen solidarischen Unterstützungsstrukturen bedarf es einer grundlegenden Sensibilisierung der Arbeitsmarktakteure für dieses Thema.

25März/26

Dreiländer-Demonstration gegen die Umsetzung der Reform des europäischen Asylpakts

18. April 2026 an den Grenzen in Basel, Weil am Rhein und Huningue 

Gruppen aus dem Dreiländereck rufen zu einer Protestaktion an den Grenzen der Schweiz, Frankreichs und Deutschlands auf. Wir stellen uns gegen die tödlichen Politiken des europäischen Asylsystems und setzen uns ein für eine Welt ein, in der sich Menschen frei bewegen können.
 Mit der am 12. Juni 2026 in Kraft tretenden Reform des Europäischen Migrations- und Asylpakts (GEAS) wird das Asylrecht auf jeder Ebene für geflüchtete Menschen fundamental angegriffen. Die EU-Länder – inklusive der Schweiz – verfolgen eine Abschottungspolitik, durch die Menschen entrechtet und in die Irregularität gedrängt werden. Das individuelle Asylrecht wird durch Verordnungen ausgehebelt und Geflüchtete werden an den EU-Außengrenzen in Haftlagern über Monate festgehalten. Auch im Inneren der Länder werden immer mehr Haftgründe für Geflüchtete geschaffen. 


TREFFPUNKTE:

Für CH 12:30 Uhr: Basel Badischer Bahnhof  –  Für D und F 13:00 Uhr: Europaplatz, Nähe Bahnhof Weil am Rhein
 –  Gemeinsame Demonstration mit Schlusskundgebung im Rheinpark (D)
 Bewilligung eingereicht.  Weitere Informationen: HIER

Treffpunkt Freiburg 11:30 Uhr Hauptbahnhof, Abfahrt 11:42 Uhr Gleis 2 RB27 

 

 

19März/26

VORTAG zum EU-Asyl-Pakt (GEAS) und die Folgen

ZWISCHEN OFFENHEIT UND ABSCHOTTUNG 

Donnerstag den 26. März 2026, 20 Uhr, Hebelschule Freiburg, Engelbergerstraße 2  

Mit der Reform des „Gemeinsamen Europäischen Asylsystems“ (GEAS) vollzieht sih die gravierendste Asylrechtsverschärfung der letzten 30 Jahre.  Wie kam es dazu und was wird sich ändern? Wie können wir die Migrationsgesellschaft verteidigen?

Mit Maximlian Pichl (Proffessor für Recht der Sozialen Arbeit, Frankfurf Univerity of Applied Sciences) analysieren wir das Auf und Ab der europäischen Asyl- und Migrationspolitik des letzten Jahrzehnze und diskutieren Handlungsmöglichkeiten für die Zivilgesellschaft.

EINTRITT FREI

 

11März/26

Argumentieren und Widersprechen. WORKSHOP 17.03. – kostenlos

Flucht & Asyl – Argumentieren und Widersprechen.  Ein Workshop von fernsicht, iz3w – kostenlos

Dienstag, 17. März 2026, 14.00-17.00 Uhr, Haus des Engagements, Rehlingstraße 9 

Der Workshop vermittelt Fakten zu Asyl und Migration und zeigt Strategien, wie man diskriminierenden Aussagen und Stammtischparolen (selbst)bewusst entgegentreten kann. 
Mit praktischen Übungen stärken wir die eigene Haltung und fördern eine solidarische Argumentationskultur.
Die Teilnahmezahl begrenzt. Bitte um Anmeldung an workshop@aktionbleiberecht.de

Barrieren: Der Workshop ist kosenlos und findet in deutscher Lautsprache statt und wird nicht verstärkt. Die Teilnahmezahl ist auf 25 Menschen begrenzt. Das Vorderhaus ist über eine Rampe berollbar. Es gibt eine berollbare und zwei nicht-berollbare all-gender Toiletten.

07März/26

Vortrag zur autoritär populistischer Grenze

Freitag 13. März 2026, 20 Uhr, Hebelschule, Engelbergerstr. 2  in Freiburg  

Vortrags- und Diskussionsveranstaltung mit Sabine Hess, Direktorin des Centers for Global Migration Studies und Professorin an der Universität Göttingen.

Das europäische Grenzregime radikalisiert sich zusehends: Rechtsverstöße wie push backs sind mittlerweile systemische Praxis an den Außen- und Binnengrenzen; Gerichtsurteile werden zunehmend ignoriert und illiberale Praktiken in Recht gegossen.

Gleichzeitig erleben wir europaweit einen massiven Rechtsruck und einen autoritären Umbau der demokratischen Strukturen, begleitet von aggressiven anti-migrantischen Debatten und Politiken.

In dem Vortrag zeichnet Sabine Hess aufbauend auf jüngeren Forschungen zu den Verschärfungen des Grenzregimes und internen anti-migrantischen Politiken nach, wie beides die autoritären Entwicklungen befeuert.

22Feb./26

ERZÄHLCAFÉ zur diskriminierenden Bezahlkarte am 6. März in Freiburg

Eine Veranstaltung in der Reihe „Die Ausgrenzung vor unserem Auge“ unterstützt von Aktion Bleiberecht Freiburg , Bezahlkarte STOPPEN und ANDA e. V. .

Was ist die Bezahlkarte? Von der Bezahlkarte sind alle Personen betroffen, die die minimalen Leistungen nach dem Asylbewerberleistungsgesetz beziehen.
Mit der Bezahlkarte laufen die finanziellen Angelegenheiten nicht mehr über eine Bank, sondern direkt über die Behörden. Diese übernehmen die Tätigkeiten der Bank. So kann die Behörde über den monatlichen Barbetrag, erlaubte Lastschriften, Online-Einkäufe sowie Überweisungen bestimmen. Auch darüber, welche Geschäfte mit der Karte blockiert werden und in welchem Gebiet die Karte gültig ist. Ein Einblick in den Kontenverlauf ist für die Behörden jederzeit möglich. Das private Girokonto der betroffenen Personen wird, mit Ausnahmen, hinfällig, da sämtliche finanzielle Transaktionen über die Bezahlkarte laufen.

Wie ist die Situation in Freiburg? Der Landkreis Breisgau-Hochschwarzwald führte die Bezahlkarte im Rahmen eines Pilotprojekts ein. Die Stadt Freiburg wurde vom Land Baden-Württemberg nach einer Protesthaltung zweimal angewiesen, die Bezahlkarte im Stadtgebiet durchzusetzen. Im Landkreis Breisgau-Hochschwarzwald wurden rund 950 Personen zur Nutzung der Bezahlkarte verpflichtet. In Freiburg sind es rund 200 Personen. Auch in der Landeserstaufnahmeeinrichtung in FR werden aktuell an rund 350 Personen Karten ausgegeben. Ab Juli 2026 sollen auch ukrainische Geflüchtete die Bezahlkarte erhalten.

Wie erleben Betroffene diese intensiven Eingriffe in ihre finanzielle Selbstbestimmung? Wie wird ihr alltägliches Leben eingeschränkt? Darüber berichten betroffene Menschen beim Erzählcafé am 6. März 2026 ab 18:30 Uhr im Haus des Engagements (Rehlingstr. 9, Freiburg).

Zu Ort und Austausch: Es wird ein laute französische Übersetzung sowie eine englische Flüsterübersetzung geben. Der Veranstaltungsraum ist über eine Rampe (Steigung 10%, 110 cm breit) im Innenhof erreichbar. Die Eingangstüren sind 110 cm und 93 cm breit. Eine berollbare all-gender Toilette mit Schiebetür steht zur Verfügung. Ebenso akustische Verstärkungsmöglichkeiten.

Schreib uns, wenn Fragen entstehen. Wir freuen uns über euer Kommen!

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17Feb./26

‚LAGER für ALLE?‘ – Online-Veranstaltung 26.02.2026

Die Normalisierung der Massenunterbringung zwischen Haft und städtischem Wohnen im Sub-Standard

26.02.2026, 19:30 Uhr – Die Veranstaltung findet online statt. Der Link zur Online-Plattform wird vor der Veranstaltung hier geteilt: VERANSTALTUNGSLINK

Lager sind zur Normalität geworden. Angesichts der Brutalität mit der Geflüchtete auf ihrer Reise und an den Grenzen konfrontiert sind, ist die politische Auseinandersetzung um Formen der Massenunterbringung in den Hintergrund gerückt. Die prekäre Situation in den Unterkünften ist in der Bevölkerung bekannt und wird im Parteienspektrum weitgehend hingenommen oder sogar befürwortet. Dabei entwickeln sich die Erstaufnahme-Unterkünfte für Geflüchtete mehr und mehr zu geschlossenen haftähnlichen Unterkünften. Die kommunale Anschlussunterbringung findet immer häufiger nicht mehr in provisorischen Containersiedlungen statt, sondern in auf Dauer angelegten modularen Unterkünften. Dabei zeigt sich, dass der Übergang zur regulären Wohnungsversorgung verschwimmt und das Lager mehr und mehr den Sozialwohnungsbau ersetzt.
Im Anschluss an den Vortrag diskutieren wir die Situation im Raum Freiburg sowie mögliche aktivistische Handlungsoptionen.

René Kreichauf (Professor für Stadtforschung und Planung an der Vrije Universiteit Brussel sowie John-F.-Kennedy-Memorial-Fellow an der Harvard University) zeichnet diese Entwicklungen nach und stellt die Frage, welchen wirtschaftlichen Logiken die Unterbringung von Menschen auf der Flucht unterliegt.

16Feb./26

Kommt zur landesweiten DEMO am 21.02. nach Stuttgart. NEIN zur Bezahlkarte und GEAS-Reform!

Treffpunkt: Schlossplatz Stuttgart beim Herzog-Christoph-Denkmal. Beginn 13 Uhr – Abfahrt Freiburg 9 Uhr Hbf, Gleis 2. 

NEIN ZUR BEZAHLKARTE!

AUFRUFPLAKAT | In Baden-Württemberg müssen geflüchtete Personen seit fast einem Jahr mit erheblichen Einschränkungen durch die Bezahlkarte leben. So beziehen Geflüchtete ihre Asylbewerberleistungen auf eine ausgrenzende Bezahlkarte statt als Barauszahlung oder Überweisung auf das eigene Konto. Damit geht ein großer Teil der Selbstbestimmung verloren:

Geflüchtete können weder frei entscheiden, wofür sie ihr Geld ausgeben, noch können sie damit überall bezahlen. Gleichzeitig geht mit der Bezahlkarte ein hoher Verwaltungsaufwand einher: Das Land Baden-Württemberg veranschlagt Kosten in Höhe von 10,6 Millionen Euro für die Implementierung des Bezahlkartensystems in den Verwaltungen in den Jahren 2025 und 2026.

Die diskriminierende Praxis der Bezahlkarte reiht sich ein, in die gesamtgesellschaftliche Rechtsentwicklung: Von Rechtsextremen bis hin zu rechtsaußen orientierten Kräften, von Influencern auf TikTok oder YouTube bis in bürgerliche Parteien hinein, treiben politische Kräfte eine (sozial)rassistische Spaltung der Gesellschaft voran. Diese Spaltung in Menschen mit und ohne deutschen Pass und in Menschen mit und ohne ausreichend finanzielle Mittel führt zu Ausgrenzungen im Bereich der Existenzsicherung und zur Aberkennung von Rechten und Selbstbestimmung, wie beispielsweise die Bezahlkarte zeigt. Die materiellen Gegensätze zwischen diesen Gruppen werden so weiter zunehmen, neoliberale autoritäre Sozialpolitik tut in Zeiten der kapitalistischen Krise ihr Möglichstes, diese Unterschiede weiter zu verschärfen.

Als Antwort auf Angriffe auf soziale Rechte setzen wir uns für ein emanzipatorisches und solidarisches Krisenverständnis ein, bei dem niemand zurückgelassen wird.

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24Jan./26

KUNDGEBUNG – GLOBAL DAY OF CommemorACTION 06.02., 18 Uhr Freiburg

6. Februar 2026, 18 Uhr, Platz der alten Synagoge in Freiburg VeranstaltungsreiheSolidarisches Handeln im Dreiländereck. Gegen den autoritären Umbau des Asyl- Grenzsystems vom 29.01. bis 18.04.2026

Jedes Leben ist mehr wert als ihre Gesetze, Grenzen und Waffen

Der 6. Februar ist ein transnationaler Gedenk- und Aktionstag. Er ist dem Kampf gegen das Sterben an den Grenzen gewidmet und der Forderung nach Wahrheit, Gerechtigkeit und Wiedergutmachung für die Opfer von Migration, für ihre Angehörigen und für die Betroffenen von staatlichem Rassismus.  Auch in Freiburg kommen wir am 6. Februar zusammen – Angehörige, Freundinnen und Unterstützerinnen – in Solidarität mit allen Menschen, die infolge staatlicher Gewalt auf Flucht- und Migrationsrouten oder in unseren Nachbarschaften gestorben oder verschwunden sind.

Am 6. Februar 2014 verließen mehr als 200 Menschen die marokkanische Küste, um schwimmend den Strand von Tarajal in der spanischen Kolonialenklave Ceuta zu erreichen. Die spanische Guardia Civil setzte Schlagstöcke, Tränengas und Gummigeschosse ein, um sie am Erreichen „spanischen Bodens“ zu hindern. Das anwesende marokkanische Militär sah zu, wie Menschen vor ihren Augen ertranken. 15 Leichen wurden auf der spanischen Seite geborgen, Dutzende Menschen gelten bis heute als verschwunden. Überlebende wurden gewaltsam zurückgeschoben, weitere starben auf marokkanischer Seite.   CommemorAction bedeutet zugleich Gedenken und Protest. Jedes Jahr finden weltweit gleichzeitig Aktionen des Erinnerns und der Anklage statt. Ziel ist es, Solidarität zu organisieren und Familien zu unterstützen, die um Wahrheit und Gerechtigkeit für ihre ermordeten oder verschwundenen Angehörigen kämpfen – während rassistische Politiken des Sortierens, der Kontrolle und der Repression weiterhin Tote, gewaltsames Verschwindenlassen und tiefgreifende Traumata verursachen.  Wir weigern uns, die Opfer dieser Verbrechen zu vergessen – weder an den Grenzen noch in unseren Städten. Kein Leben ist mehr wert als ein anderes. 

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